Die Sprache verschlagen - Die Bildgewalt des Blalla W. Hallmann Kunsthalle Recklinghausen di bis so, feiert. 11 bis 18 Uhr Öffentliche Führungen jeweils sonntags um 11 Uhr. Zur Ausstellung wird die Monographie von Matthias Reichelt zu einem Vorzugspreis von 30,- Euro angeboten (Buchhandelspreis: 35,- Euro) | ![]() | ![]() | ||||||
| Einladung Hallmann als pdf-Datei (122 k) | ||||||||
![]() | Der Gefangenenchor ..., 1994 (1,1 MB) | ||||||||
Blalla W. Hallmann ist ein Radikaler. Einer, der über Grenzen hinaus spuckt – und jedes Mal trifft. Ein Zauberer, der unsere Welt in Himmel und Hölle verwandelt – und sie dadurch erst recht als unsere Welt entlarvt. Ein Originalgenie im schönsten, zwiespältigsten Sinn. Einundzwanzigjährig malt er wunderbar ausgewogene Bilder, mittig zwischen Kinderzeichnung, Ikone und Akademie. Auch als reifer Künstler gibt er die Scheinnaivität dieser dunkel leuchtenden Drachen, Engel, Blumenteppiche und Urwälder nicht auf. Aber er reichert sie mit einer stupenden Fähigkeit zu Komposition, Räumlichkeit, Lichtführung an. Er arbeitet, Schub um Schub, die fränkische Gotik, Grünewald, Bosch, Goya, Runge, Ensor, Rousseau, Grosz in sein Werk. Er pflegt mit der Kunstgeschichte souveräneren Umgang als je ein postmoderner Zitatenkoketteur. Er macht sich in der Welt klassischer Weltenlandschaften breit und kommt, nein, will nicht los von der manischen Fixierung auf Christgeburt, Abendmahl, Kreuzigung, Himmelfahrt, Heilige Dreifaltigkeit. Er ist ein Traditionalist aus schierer Aggression. Blalla macht Malerei und Zeichnung für psychische Risikozonen porös, aus denen produktive Wut, visionäres Entsetzen, halluzinierter Wahn eindringen. Doch er überführt den paranoischen Zwang zu Symmetrie, Spiegelbild, Hierarchie, Repetition in eine höchst bewusste, kritische, narrative Reflexion. Er kennt den Abgrund vom eigenen Absturz her, aber der Schock von innen entlädt sich in die Fülle der äußeren Wirklichkeit. Blalla bürdet dem naiven Gestus ganze Philosophien über den Zyklus von Geburt, Folter- und Leichenkammern, Todesmühlen auf. Einige Bilder aus den 1980er Jahren sind Weltenlandschaften aus KZ-Horror, Inquisition, Bigotterie und rosa überwölktem Voralpenland: ein Theater der Grausamkeit, infernalische Tableaux – und doch fast komödiantisch, ja parodistisch inszeniert. Blalla erkennt darin keinen Widerspruch, sondern die Doppelbödigkeit und Tücke einer idyllisch verlogenen Welt. Am Gegenpol leuchten Bilder mit Flügen in ein gläsernes Licht, Trapezkünstler und Seelenschmetterlinge in einem circensischen Ballett. Auch das findet Platz in Blallas poetischer Ironie. Doch ein Grundthema bleibt die pissende, scheißende, fickende, obszön unterlaufende Destruktion von Ritualen der Autorität. Seine idée fixe (oder Wunde?) ist die Bindung dieser Rituale an eine christliche Engels-Heiligen-Pfaffen- und Teufelswelt. Deshalb verkuppelte er das unschuldige Kind in sich mit der Hure von Babylon und schändet die Symbole in einem monströsen Zeugungsakt. ... So kreuzt Blalla ebenso wutentbrannt wie mühelos, blasphemisch wie poetisch zwischen Obsession und Komposition, kreativer Abreaktion und hochkarätiger Malerei. Er verfügt über einen zeichnerischen Stil, der mit böser Liebe detailliert, und einen malerischen Stil, der aus bösen Dämpfen Atmosphäre webt. Natürlich ist Blalla ein gefundenes Fressen für Tiefen- und andere Psychologen, doch seine Malerei läuft ihnen locker in Richtung Kunst davon. Manfred Schneckenburger: Eine engelhafte Kunst, Teufel zu malen, Kat. Museum Ostdeutsche Galerie Regensburg, 1996 | |||||||||
![]() | Der Ein Gespräch unter Freunden, 1997 (972 kB) | ||||||||
![]() | Verwirrendes Auftreten ..., 1993 (1,1 MB) | ||||||||
| Hallmann Biographie als doc-Datei (28 kb) | |||||||||
| Hallmann Texte als doc-Datei (24 kb) | ![]() | ObAcht im Wald, 1993 (1 MB) | ||||
| Hallmann Raumtexte als doc-Datei (28 kb) | ||||||
![]() | Immer wieder tauchen ..., 1993 (1 MB) | |||
![]() | Die Umwandlung unwerten Lebens ..., 1985 (512 kB) | |||
![]() | Großer Gott Wir preisen Dich, 1990 (776 kB) | |||